Hier möchte ich häufig gestellte Fragen beantworten und wichtige Themen aufgreifen

 

A

Allergie

Neben normalen Medikamentenallergien, die bei allen medizinischen Behandlungen berücksichtigt werden müssen, stellen in der Orthopädie fragliche Allergien auf die eingesetzten Implantate (Endoprothesen, Platten, Schrauben, etc) ein potentielles Problem dar. Das Risiko einer Allergie auf gewisse Metallbestandteile ist jedoch sehr gering und nicht zu vergleichen mit Hautunverträglichkeiten bzw. Allergien auf verschiedene Metalle (insbesondere auf Nickel in Modeschmuck und Knöpfen), für die die Haut als Allergievermittler erforderlich ist. Falls trotzdem der Verdacht auf eine mögliche Metallunverträglichkeit auch bei orthopädischen Implantaten besteht, können nickelfreie oder speziell beschichtete Implantate verwendet werden.

 

Anamnese

Die Anamnese stellt die gezielte Erhebung der Krankengeschichte dar. Dazu wird durch gezielte Fragen versucht, typische Symptome einer Erkrankung zu finden, um damit zu einer exakten Diagnose zu kommen.

 

Anästhesie

Ziel der Anästhesie bei orthopädischen Eingriffen ist es, die Operation für den Patienten angst- und schmerzfrei erleben zu lassen. Generell wird versucht mit dem geringst-belastenden Anästhesie-Verfahren zu arbeiten. Welches Verfahren im Einzelfall gewählt wird, ist von der Art und Dauer des Eingriffes abhängig. Ihr Orthopäde kann ihnen Basisinformationen über alle Anästhesieverfahren schon während des Erstinformationsgespräches geben, die genauen Details werden in jedem Fall vor der Operation mit dem Anästhesisten abgeklärt.

 

Arthrodese

Unter dem Begriff Arthrodese wird eine Gelenksversteifung verstanden. Dies wird zur Behandlung schwerer Gelenksabnützungen oder starker Instabilität durchgeführt. An den meisten Gelenken wird heutzutage der künstliche Gelenksersatz einer Arthrodese vorgezogen, in manchen Fällen ist aber auch heute eine Arthrodese eine gleichwertige oder auch die bessere Lösung.

 

Arthrose

Der Fachbegriff “Arthrose” beschreibt die Abnützung eines Gelenkes, meist verbunden mit Schmerzen und Funktionseinschränkung. Die Diagnose wird durch die Erhebung der Anamnese, durch die klinische Untersuchung und eine Röntgenuntersuchung gestellt.

 

Arthritis

Der Fachbegriff “Arthritis” beschreibt die Entzündung eines Gelenkes, meist verbunden mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen, fallweise auch mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Die Diagnose wird durch die Erhebung der Anamnese, durch die klinische Untersuchung und eine Röntgenuntersuchung gestellt, meist auch zusätzlich durch eine Laboruntersuchung.

 

Arthroskopie

Bei arthroskopischen Eingriffen wird unter Verwendung minimaler Hautschnitte das Gelenk mittels einer dünnen Video-Optik begutachtet, orthopädisch-chirurgische Eingriffe können durch ebendiese minimalen Öffnungen erfolgen: damit ist nicht nur eine extrem kleine Hautnarbe möglich, sondern insbesondere auch eine wesentlich schonendere Gelenksoperation unter Erhaltung von Bändern und Gelenkskapsel und damit eine wesentlich schnellere Rehabilitation. Arthroskopische Eingriffe am Knie- und am Schultergelenk gehören heute zum Standard, arthroskopische Eingriffe an den anderen Gelenken (Ellbogen, Hand, Finger, Hüfte, Sprunggelenk, Zehengelenke) sind eher seltenere und schwierige Operationen, die spezialisierten Zentren vorbehalten sind.

 

Autologe Chondrozytentransplantation (ACT)

Die autologe Chondrozytentransplantation stellt ein Verfahren dar, mit dem Knorpeldefekte durch körpereigenes Gewebe ersetzt werden können. Dazu wird im Rahmen eines arthroskopischen Ersteingriffes Lage, Art und Größe des Knorpeldefektes bestimmt und gleichzeitig Knorpelgewebe entnommen. Diese Knorpelzellen weden im Labor gezüchtet und vermehrt, sodass im Rahmen eines Zweiteingriffes der Knorpeldefekt durch - nun in ausreichender Menge zur Verfügung stehendes - eigenes Knorpelgewebe ersetzt werden kann.

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B

Biologicals

Biologicals stellen eine relativ neue Substanzklasse antirheumatisch wirksamer Medikamente dar. Sie entfalten als TNF-alpha-Blocker eine immunsuppressive Wirkung, die im Rahmen der Behandlung der rheumatoiden Arthritis mit ihrer hochwirksamen entzündungshemmenden Wirkung zum Einsatz kommt.

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C

Chondrozytentransplantation

siehe “Autologe Chondrozytentransplantation (ACT)”

 

Computernavigation

Die Computernavigation wird in der Knieendoprothetik wird seit einigen Jahren routinemäßig durchgeführt. Seriöse wissenschaftliche Studien zeigen fallweise geringe Verbesserungen in der Präzision der Operation, die Qualifikation und Routine des Operateurs ist hier sicher als wesentlich wichtigerer Faktor zu beachten.
Lediglich in Fällen mit extrem starken Fehlstellungen, wie z.B. Zustand nach fehlverheilten Ober- oder Unterschenkelfrakturen, ist die Computernavigation hilfreich, um die exakte Positionierung der Implantate gewährleisten zu können.
Die Verwendung der Computer-Navigation in der Hüft-Endoprothetik erbrachte trotz Weiterentwicklung innerhalb der letzten Jahre keine wesentlichen Vorteile bei Routine-Hüft-Operationen.
Die Verwendung von Operationsrobotern in der Hüftchirurgie brachte sehr ernüchternde, teils katastrophale Ergebnisse für die Patienten und wird heute praktisch nicht mehr durchgeführt.

 

Coxarthrose

Die häufigste Erkrankung des Hüftgelenkes ist die schmerzhafte Gelenksabnützung - die Coxarthrose. Dabei kommt es zu einer Ausdünnung oder zu einem kompletten Verlust des Gelenksknorpels, der normalerweise den kugelförmigen Hüftkopf und die Gelenkspfanne überzieht. In weiterer Folge entsteht eine Deformierung des Gelenkes, Ausbildung knöcherner Auflagerungen an den Gelenksrändern und Zystenbildung an den Gelenksflächen. Für den Patienten ist dies zu spüren durch eine schmerzhafte Einschränkung der Belastbarkeit und der Beweglichkeit, anfangs meist nur zu Beginn der Bewegung (Aufstehen nach längerem Sitzen und Liegen - Anlaufschmerz), später auch während der Belastung (Dauerschmerz). Die vom Patienten wahrgenommene Schmerzlokalisation kann sehr variabel sein, meist in der Leiste mit Ausstrahlung über die Vorder- oder Außenseite des Oberschenkels bis zum Knie. Der Orthopäde kann das Krankheitsbild der Coxarthrose meist schon ohne Röntgenbild nur durch das typische Bild der schmerzhaften Bewegungseinschränkung bei der klinische Untersuchung feststellen. Die Diagnose wird dann durch eine Röntgenaufnahme bestätigt, eine MR-Tomographie ist nur in seltenen Fällen notwendig.
Als Ursache für die Coxarthrose sind neben der altersentsprechenden Abnützung des Gelenkes u.a. folgende Ursachen bekannt: die Hüftdysplasie (eine Form der angeborenen Hüftverrenkung, bei der Hüftkopf und -Pfanne nicht regelrecht ausgebildet sind und somit biomechanisch auf Dauer nicht voll belastbar sind), die Hüftkopfnekrose (Schwächung des Hüftkopfes durch Absterben von Knochenregionen im Hüftkopf), weiter zurückliegende chronische oder akute Überlastungen oder Verletzungen.
In den Frühstadien der Erkrankung kann der Orthopäde durch eine Injektion in das schmerzhafte Gelenk (intraartikuläre Infiltration) den Schmerz vorübergehend ausschalten. Die Dauer dieser Schmerzreduktion ist abhängig vom Fortschritt der Erkrankung. Weiters kann durch gezielte Physiotherapie die Beweglichkeit etwas verbessert werden und die durch Schonung abgeschwächte Muskulatur gestärkt werden.
Sind jedoch trotz dieser Therapien Einschränkungen in Sport und Alltagstätigkeiten zu beklagen, so sollte die Notwendigkeit der Operation mit einem Facharzt für Orthopädie besprochen werden.

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D

Diagnostik

In der Orthopädie ist die wichtigste diagnostische Maßnahme immer noch das Gespräch mit dem Patienten gemeinsam mit der körperlichen Untersuchung. Alleine damit lassen sich die meisten orthopädischen Erkrankungen von einem erfahrenen Orthopäden sehr sicher diagnostizieren. Meist wird als bildgebende Basis-Diagnostik eine Röntgen-Untersuchung der betreffenden Region durchgeführt. Weiterführende Untersuchungen, wie Magnetresonanztomographie (diese kann das normale Röntgen nicht ersetzen), CT, Szintigraphie oder andere Spezialuntersuchungen werden erst bei Verdacht gezielt angeordnet.

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E

Ergotherapie

Ergotherapie unterstützt und begleitet Patienten, die nach Operationen in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind, bei für sie bedeutungsvollen Betätigungen mit dem Ziel, sie in der Durchführung dieser Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.
Durch Verbesserung, Wiederherstellung oder Kompensation der beeinträchtigten Fähigkeiten und Funktionen soll dem Patienten eine möglichst große Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit im Alltag ermöglicht werden. Neben geeigneten Übungen soll auch der Einsatz von Hilfsmitteln dazu beitragen, dass die verbleibenden Fähigkeiten angepasst werden und so ein Optimum an Rehabilitation erreicht wird.

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F

Frostballen

siehe “Hallux Valgus”

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G

Gelenksversteifung

siehe “Arthrodese”

 

Gender-Implantate

Untersuchungen über geschlechtsspezifische anatomische Unterschiede haben gezeigt, dass das Knie der Frau im Vergleich zum Mann geringfügig andere Größenverhältnisse aufweist. Diesem Unterschied wird durch die Verwendung spezieller Implantate Rechnung getragen. Nicht alle, aber manche Frauen können von diesen speziellen “Gender-Implantaten” profitieren um damit nach der Operation durch bessere Anpassung an die anatomischen Gegebenheiten auch ein besseres Operationsergebnis zu erreichen.

 

Gipsfixation

Muss nach einer orthopädischen Operation das betroffene Areal vorübergend ruhiggestellt werden, so wird ein Gipsverband angelegt. Ob konventioneller “Weißgips”, Kunststoff-”Gips” oder spezielle Schienen zur Anwendung kommen, entscheidet der Operateur. Die Information darüber - auch wielange nach der Operation der Gips zu tragen ist - sollte mit dem Patienten schon vorab während des Erstberatungsgespräches geklärt werden.

 

Gonarthrose

Das Krankheitsbild der Gonarthrose beschreibt die schmerzhafte Abnützung im Kniegelenksbereich. Meist ist diese Abnützung an der Innenseite des Kniegelenks lokalisiert und führt so auch zu einer zunehmenden O-Bein-Fehlstellung. Dabei kommt es zu einem Verlust an Gelenksknorpel, Ausbildung knöcherner Auflagerung an den Gelenksrändern und Zystenbildung an den Gelenksflächen. Der Patient spürt dies im Sinne einer schmerzhaften Einschränkung der Belastbarkeit und der Beweglichkeit, anfangs meist nur zu Beginn der Bewegung (Aufstehen nach längerem Sitzen und Liegen – Anlaufschmerz), später auch während der Belastung (Dauerschmerz). Die vom Patienten wahrgenommene Schmerzlokalisation liegt meist an der Stelle der stärksten Abnutzung (meist im Bereich des inneren Kniegelenksspaltes). Der Orthopäde kann das Krankheitsbild meist schon ohne Röntgenbild, nur durch das typische Bild der schmerzhaften Bewegungseinschränkung bei der klinischen Untersuchung feststellen. Die Diagnose wird dann durch eine Röntgenaufnahme bestätigt, eine MR-Tomographie ist nur in seltenen Fällen notwendig.
Als Ursache für die Gonarthrose sind neben der altersentsprechenden Abnützung des Gelenkes unter anderem auch folgende Ursachen bekannt: Fehlstellungen (im Sinne von angeborenen O-Bein- oder X-Bein-Fehlstellungen), die Osteonekrose (Schwächung des Knochens durch Absterben einzelner Knochenregionen im Bereich des Kniegelenkes), sowie weiter zurückliegende chronische oder akute Überlastungen oder Verletzungen.
In den Frühstadien der Erkrankung kann der Orthopäde durch eine Injektion in das schmerzhafte Gelenk (intraartikuläre Infiltration) den Schmerz vorübergehend ausschalten. Die Dauer dieser Schmerzreduktion ist abhängig vom Fortschritt der Erkrankung. Weiters kann durch gezielte Physiotherapie die Beweglichkeit etwas verbessert werden und die durch Schonung abgeschwächte Muskulatur gestärkt werden.
Sind jedoch trotz dieser Therapien Einschränkungen in Sport und Alltagstätigkeiten zu beklagen, so sollte die Notwendigkeit der Operation mit einem Facharzt für Orthopädie besprochen werden.

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H

Halbschlitten

Ist bei einer einseitigen Gonarthrose bei sonst intaktem Gelenk nur der innere Teil des Gelenkes (Varusgonarthrose) abgenützt, so wird nur dieser Teil des Gelenkes mit einem endoprothetischen Implantat (= Halbschlitten) ersetzt. Dies bietet den Vorteil des wesentlich geringeren Eingriffes und des Erhaltes wichtiger Bänder, sodass die Erholung nach der Operation wesentlich schneller erfolgt und die Belastbarkeit generell auch höher ist, als nach einem totalen Gelenksersatz.

 

Hallux

Der Begriff “Hallux” stellt lediglich die lateinische Übersetzung der großen Zehe dar. Erst durch Zusätze, wie Hallux Valgus oder Hallux Rigidus wird eine orthopädische Erkrankung bezeichnet.

 

Hallux Rigidus

Der Begriff des Hallux Rigidus beschreibt die - meist schmerzhafte - Einsteifung des Großzehengrundgelenkes. Als Ursache kann meist eine Arthrose des Gelenkes diagnostiziert werden.

 

Hallux Valgus

Beim Hallux Valgus führt eine Abweichung der Großzehe nach außen zur Ausbildung des typischen Frostballens an der Innenseite des Großzehengelenkes. In weitere Folge können sich Folgeschäden - wie z.B. Hammerzehen oder Metatarsalgie - entwickeln.

 

Hammerzehen

Durch eine gestörte Muskel- und Sehnenfuktion entsteht die typische krallenförmige Fehlstellung der Zehen. Als Ursache werden meist ungeeignetes Schuhwerk und Fehlstellungen der Großzehe (Hallux Valgus) gesehen.

 

Herz-Jesu Krankenhaus

Das Herz-Jesu Krankenhaus liegt verkehrstechnisch sehr gut erreichbar im 3. Wiener Gemeindebezirk. Die Abteilungen für Orthopädie, Innere Medizin und Chirurgie bieten Spitzenmedizin mit persönlicher Betreuung. Nach der Neubesetzung und Neustrukturierung der Orthopädischen Abteilung im Jahr 2007 wurde eine Spezialisierung in Richtung Hand- und Fußchirugie, sowie Endoprothetik und Arthroskopie vorgenommen. Gemeinsam mit der Abteilung für Innere Medizin wird der Schwerpunkt Rheumatologie abgedeckt.

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I

Infektion

Eine gefürchete Komplikation jedes chirurgischen und orthopädischen Eingiffes stellt eine Infektion dar. Da insbesondere in der Orthopädie mit Eingriffen am Knochen die Gefahr einer Infektion hoch ist, muss durch eine Vielzahl an Maßnahmen getrachtet werden, dieses Risiko so gering wie möglich gehalten werden. Ist trotz allem einmal eine Infektion eingetreten, so muss durch gezielte antibiotische Behandlung, fallweise auch durch chirurgische Massnahmen der Infekt zur Ausheilung gebracht werden.

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J

Juvenile Osteonekrose

Die juvenile Osteonekrose bezeichnet Knochenwachstumsstörungen mit vorüberghendem Absterben knöcherner Areale in verschiedenen Körperregionen (z.B. Hüfte, Knie, Fuß) im Jugendalter. Typischerweise kommt es bei dieser jugendlichen Form zu einer - zumindest teilweisen - Regeneration des abgestorbenen Knochen. Wichtig ist die frühzeitige sichere Diagnose zur Abgrenzung anderer schwerwiegender Erkrankungen.

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K

Komplikationen

Eine Komplikation einer medizinischen Behandlung oder Operation beschreibt ein nicht wunschgemäßes Ergebnis bei sonst regelrechter Behandlung (im Unterschied zum Kunstfehler, bei dem ein unerwünschtes Behandlungsergebnis durch fehlerhafte Behandlung entstand). Komplikationen sind im medizinischen Bereich nie komplett zu vermeiden, Ziel muss es aber sein, die Komplikationsrate auf ein Minimum zu reduzieren. Eine regelmäßige Qualitätskontrolle im Rahmen einer Qualitäts-Management-Systems hilft bei der Überwachung der Behandlungsqualität. Jeder Arzt sollte im Rahmen der Patientenaufklärung auch genaue Informationen über die potentielle Komplikationsrate jedes Eingriffes geben.

 

Knochenzement

Unter Knochenzement wird ein biologisch ausgezeichnet verträglicher 2-Komponenten-Kleber verstanden, der insbesondere in der Orthopädie verwendet wird, um Endoprothesen dauerhaft und sofort belastbar mit dem Knochen zu verbinden. Erst die Einführung des Knochenzements unter Sir John Charnley in den 1960er-Jahre hat den Siegeszug der Endoprothetik möglich gemacht. In späteren Jahren wurde als konkurrierende Verankerungsart die zementrfreie Technik entwickelt.

 

Knorpeltransplantion

siehe “Autologe Chondrozytentransplantation (ACT)”

 

Künstlicher Gelenksersatz

Viele Gelenke des menschlichen Körpers könne heute durch ein künstliches Gelenk ersetzt werden. Die am häufigsten ersetzten Gelenke sind Hüft- und Knie-Gelenk, die aufgrund der langen Erfahrung auch die besten Langzeitergebnisse aufweisen. Andere Gelenke - wie Schulter-, Ellbogen-, Hand- und Sprunggelenke - werden deutlich seltener implantiert. Ziel des künstlichen Gelenksersatzes ist die Wiederherstellung einer weitgehend schmerzfreien Funktion. Der künstliche Gelenksersatz hat andere Verfahren - wie die Arthroplastik oder die Arthrodese - an den meisten Gelenken weitestgehend verdrängt; nur an einigen Gelenken (Sprunggelenk, Hand-, Finger- und Zehengelenke) stellt die Gelenksversteifung (=Arthrodese) auch heute noch bei manchen Erkrankungen eine zeitgemäße Alternative dar.

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L

Less invasive surgery

siehe Minimal-invasive Operationstechnik (MIS)

 

Lokal-Anästhesie

Prinzipiell wird bei orthopädischen Operationen angestrebt, mit möglichst gering belasteten Narkoseverfahren auszukommen. Viele Hand- und Fußoperationen sind problemlos in Lokalanästhesie möglich, damit ist eine nur minimale Belastung des Organismus und eine schnelle Rehabilitation gegeben.

 

Luxation

Unter dem Begriff der Luxation wird das Ausrenken eines Gelenkes verstanden. Dies kann sowohl ein natürliches Gelenk (meist durch einen Unfall bedingt), als auch ein künstliches Gelenk (hauptsächlich nach künstlichem Ersatz des Hüftgelenkes - wesentlich seltener an anderen künstlichen Gelenken) betreffen. Schon während der Erstoperation muss deshalb der Operateur darauf achten, einen optimalen Kompromiss zwischen Stabilität, Beweglichkeit und Beinlänge zu erreichen. Dies gelingt durch die Verwendung moderner modularer Implantate und schonender Operationsverfahren sehr gut.

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M

Metatarsalgie

Der Begriff der Metatarsalgie beschreibt Schmerzen unterschiedlichster Ursache im Bereich des Vorfußballens. Ziel des Orthopäden ist es, die Ursache der Metatarsalgie zu klären, um mit einer geeigneten Therapie (operativ oder nicht-operativ) die volle Belastbarkeit und Schmerzfreiheit wiederherzustellen

 

Minimal-invasive Operationstechnik (MIS)

In den letzten Jahren werden verschiedene Operationstechniken propagiert, die als Weiterentwicklung jahrzehntelang verwendeter Techniken versuchen, den Weichteilschaden durch die Operation möglichst gering zu halten. Dabei wird versucht, über einen kleineren Hautschnitt und unter Schonung wichtiger Muskeln das künstliche Gelenk mit möglichst geringer Weichteilschädigung zu implantieren.
Es zeigte sich jedoch, dass viele dieser Operationsvarianten auch beim erfahrenen Operateur mit einem höheren Risiko verbunden sind (insbesondere höhere Luxationsgefahr, Gefahr von Brüchen und Splitterungen des Knochens während der Operation, Nervenschädigungen mit dauerhaftem Taubheitsgefühl am Oberschenkel, Lockerung der Implantatkomponenten). Gleichzeitig zeigte sich, dass nach der Erholung von der Operation das funktionelle Ergebnis nach minimal invasiven Eingriffen keinen Vorteil zur konventionellen Operationstechnik brachte. Deshalb erscheinen heute Operationstechniken, die um jeden Preis eine möglichst kurze Narbe erreichen wollen, als Standardverfahren nicht sinnvoll.
Weiterentwicklungen dieser minimal-invasiven Techniken (“less invasive surgery”) erlauben es heute, bei kleinstem Risiko für den Patienten, alle Vorteile, wie Schonung von Muskulatur und Weichteilen, mit der Sicherheit einer korrekten Implantation der Endoprothese zu kombinieren, um für den Patienten eine möglichst rasche und schmerzarme Rehabilitation zu ermöglichen.

 

Mobilisierung

Nach operativen Eingriffen am Stütz- und Bewegungsapparat kommt der Mobilisierung nach der Operation ein großer Stellenwert zu: unter Anleitung des Orthopäden, des Physio- und der Ergotherapeutin wird der Patient schnellstmöglich wieder in die Lage versetzt, seine normale Alltagstätigkeiten selbständig auszuführen. Durch gezielte Entlastung (z.B. mit Krücken), maßgeschneiderten Bewegungsübung und gezielter Muskelkräftigung wird die normale Belastbarkeit wieder rasch erreicht. Diese Mobilisierung kann stationär (unmittelbar nach der Operation oder im Rahmen einer Rehabilitation), oder auch ambulant unter fachlicher Aufsicht erfolgen.

 

Mosaikplastik

Bei isolierten Knorpel-Knochen-Schädigungen (im Rahmen einer isolierten Gelenksabnützung, nach Unfällen, nach Durchblutungsstörungen den Knochen mit Absterben kleiner Knorpel-Knochen-Areale) kann dieser Defekt durch Transplantation eines oder mehrerer Knorpel-Knochen-Stanz-Zylinder aufgefüllt werden. Die Transplantatentnahme erfolgt dabei aus dem gleichen oder einem anderen Gelenk. Nach Einheilung dieser dübelartigen Knorpel-Knochen-Stanz-Zylinder, kann wieder eine normale Belastbarkeit des Gelenkes erreicht werden.

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N

Nachbehandlung

Nahezu jeder orthopädisch-operative Eingriff erfordert eine individuelle Nachbehandlung, um die normale Beweglichkeit und Belastbarkeit wieder zu erlangen. Diese Nachbehandlung wird durch den behandelten Orthopäden eingeleitet und durch ihn gemeinsam mit Spezialisten der Physio- und Ergotherapie durchgeführt.

 

Narkoseverfahren

Prinzipiell wird bei orthopädischen Operationen angestrebt, mit möglichst gering belasteten Narkoseverfahren auszukommen. Ob eine Operation in Lokalanästhesie, in Regionalanästhesie, in einem rückenmarksnahen Verfahren (“Kreuzstich”) oder in Vollnarkose durchgeführt wird, hängt hauptsächlich von der Art des Eingriffes statt. Falls möglich, wird natürlich auf die Wünsche des Patienten eingegangen. Orthopäde und Anästhesist beraten Sie gerne über mögliche Narkoseverfahren.

 

Navigation

Mit der Computer-Navigation steht ein Werkzeug zur Verfügung, um die Operation simultan in einem 3-dimensionalen Simulation am Computer nachzuverfolgen, und damit die nötigen Operationsschritte computergesteuert in der Realität umzusetzen. Vorteile in der Planbarkeit der Operation stehen gewissen Nachteile im Aufwand und der Operationsdauer entgegen. Ob die Verwendung der Computernavigation (meist in der Knie-Endoprothetik) sinnvoll und besser als die konventionelle mechanisch instrumentierte Operationstechnik ist, hängt vom Einzelfall und der Art der Operation ab.

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O

O-Bein-Fehlstellung

Eine Abweichung der Kniegelenke nach außen führt zur typischen O-Bein-Fehlstellung, dies kann angeboren sein, meist aber erworben im Rahmen einer einseitigen Abnützung der Kniegelenke (Varusgonarthrose). Zur Vermeidung weiterer Folgeschäden ist eine Korrektur dieser Fehlstellung zu prüfen (durch eine Korrekturosteotomie). Bei der Implantation eines künstlichen Kniegelenkes ist eine bestehende Fehlstellung auf jeden Fall auszugleichen, um das dauerhafte Funktionieren des künstlichen Gelenkes nicht zu gefährden.

 

Operations-Roboter

Im Gegensatz zur Computer-Navigation hat sich die Verwendung des Operations-Roboters in der Orthopädie nicht durchgesetzt. Dabei sollten wesentliche Präparationsschritte während der Operation durch computergesteuerte Fräsvorgänge ersetzt werden. Die Vorteile der präziseren Knochenpräparation wurden durch massive Nachteile in der praktischen Anwendung der computergesteureten Fräsen (insbesondere die notwendige größere Freilegung des Operationsfeldes mit Ablösung wichtiger Muskeln) leider zunichte gemacht. Die Verwendung von Operationsrobotern in der Orthopädie wurde aufgrund der hohen Komplikationsraten fast vollständig verlassen.

 

Osteochondritis dissecans

Infolge von Durchblutungsstörungen, fallweise auch nach Unfällen kann es zu einem Absterben kleiner Knochenareale mit dem darüberliegenden Knorpel kommen. Dies stellt eine - meist schmerzhafte - Vorstufe der Gelenksabnützuung und -Zerstörung dar. Gelenkserhaltende Maßnahmen stellen insbesondere die Mosaikplastik und die autologe Chondrozytentransplantation dar. Größere und ältere Defekte können am ehesten mit künstlichen Gelenken ersetzt werden.

 

Osteonekrose

Absterben eines Knochenareals durch Unterbrechung der Blutzufuhr zum Knochengewebe. Fallweise kann auch nekrotischer (= toter) Knochen noch gewisse Stabilität bieten, falls der geschwächte nekrotische Knochen einbricht, sind meist operative Maßnahmen nötig.

 

Osteosynthese

Stabile Vereinigung zweier oder mehrerer Knochenstücke, entweder nach einem Knochenbruch oder im Rahmen einer orthopädischen Operation. Je nach Ausmaß der Stabilität wird die Osteosynthese als übungsstabil (Entlastung z.B. durch Krücken bis zur vollkommenen Belastbarkeit) oder belastungsstabil (sofortige Belastbarkeit) bezeichnet. Die Osteosynthese wird durch Drähte, Nägel, Schrauben, Platten oder ähnliches durchgeführt, meist aus Metall (Stahl oder Titan), fallweise auch durch bioresorbierbare Materialien.

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P

Periphere Blockadetechniken

Prinzipiell wird bei orthopädischen Operationen angestrebt, mit möglichst gering belasteten Narkoseverfahren auszukommen. Periphere Blockadetechniken nutzen die bekannte Nervenversorgung einer Region aus, um gezielt ein bestimmtes Operationsgebiet schmerzfrei zu machen (Nervenblockade in der Kniekehle für Operationen am Fuß, Nervenblockade in der Achsel für Operationen an Ellbogen oder Hand). Damit ist eine nur minimale Belastung des Organismus und eine schnelle Rehabilitation gegeben.

 

Physiotherapie

Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten. Sie nutzt primär manuelle Fertigkeiten des Therapeuten, gegebenenfalls ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Strahlung, Elektrizität) und fördert die Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität, sowie die bewusste Wahrnehmung) des Patienten. Die Behandlung ist an die anatomischen und physiologischen, motivationalen und kognitiven Gegebenheiten des Patienten angepasst. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. Muskelaufbau und Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Organismus (Dysfunktionen/Ressourcen) und eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper ab. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit und dabei sehr häufig die Schmerz-Reduktion.

 

Plattfuß

Ein Fehlen des Längsgewölbes des Fußes kennzeichnet die Plattfuß-Fehlstellung. Dies kann sowohl angeboren, als auch in höherem Alter erworben sein (meist durch degenerative Sehnenschäden). Ob eine operative Korrektur notwendig ist, hängt von den Beschwerden des Patienten und von Art und Stärke der Fehlstellung ab. Fallweise ist auch bei geringen Beschwerden eine Operation sinnvoll, um weit stärkere Folgeschäden dadurch zu vermeiden.

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Q

Qualitätssicherung

Durch kontinuierliche Dokumentation und Kontrolle einvernehmlich festgelegter Qualitätskriterien wird das Qualität der Patientenversorgung überprüft, mit anderen externen Stellen verglichen, notwendige Verbesserungen durchgeführt und so die Behandlungsqualität für den Patienten gesteigert. Ziel ist es, die Behandlungsqualität so hoch wie möglich, die Rate an Komplikationen und unerwünschten Ereignissen so gering wie möglich zu halten.

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R

Radiosynoviorthese

Durch Injektion bestimmter radioaktiver Substanzen (z.B. Yttrium) in Gelenke, kann der Strahlungseffekt dieser Isotope genutzt werden, um eine Verringerung der entzündlichen Reaktion der Gelenksschleimhaut zu erreichen. Dieses Verfahren bietet eine risikoarme Möglichkeit bei rheumatischer Gelenksentzündung, teils zusätzlich zu einem chirurgischen Eingriff, teils auch anstatt einer Operation.

 

Regionalanästhesie

siehe “Periphere Blockadetechniken”

 

Rehabilitationsaufenthalt

Nach operativen Eingriffen am Stütz- und Bewegungsapparat kommt der Mobilisierung nach der Operation ein großer Stellenwert zu: unter Anleitung des Orthopäden, des Physio- und der Ergotherapeutin wird der Patient schnellstmöglich wieder in die Lage versetzt, seine normale Alltagstätigkeiten selbständig auszuführen. Im Rahmen eines stationären Rehabilitationsaufenthaltes wird durch maßgeschneiderte Bewegungsübung und gezielter Muskelkräftigung die normale Belastbarkeit und die optimale Funktion wieder erreicht.

 

Rückenmarksnahe Anästhesieverfahren

Durch Narkosetechniken im Bereich der Lendenwirbelsäule (“Kreuzstich”) kann die gesamte untere Körperhälfte vorübergehend schmerzfrei gemacht werden, dass größere orthopädische Operationen (insbesondere künstlicher Gelenksersatz an Knie und Hüfte) völlig schmerzfrei und ohne große Belastung für den Organismus durchgeführt werden können.

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S

Schlüsselloch-Chirurgie

siehe “Minimal-invasive Operationstechnik (MIS)”

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T

Tagesklinik

Durch die spezielle Organisationsform einer Tagesklinik können orthopädische Operationen so durchgeführt werden, dass die Operation zwar unter allen Vorteilen eines hochgerüsteten spezialisieten Operationssaales stattfindet, die Entlassung aber noch am gleichen Tag in die gewohnte häusliche Umgebung möglich ist. Dazu bedarf es einer speziellen Vorbereitung der Patienten auf die Operation, Rücksichtnahme auf den tagesklinischen Charakter der Operation von orthopädischen und auch insbesondere von anästhesistischer Seite, sowie exakte Planung der ersten Zeit nach der Entlassung mit Sicherstellen der optimalen Nachbehandlung.

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U

Ultraschallgezielte periphere Blockadetechniken

Besonders schonende und effiziente Möglichkeit, um bei peripheren Blockadetechniken unter Einsatz des Ultraschalls die zu betäubenden Nerven exakt aufzusuchen und damit die Injektion des lokalen Betäubungsmittels schonender und wirkungsvollen zu gestalten.

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V

Vinzenz-Gruppe

Zusammenschluss von Ordenskrankenhäusern, initiiert durch den Orden der Barmherzigen Schwestern. Folgende Spitäler gehören der Vinzenz-Gruppe an: Herz-Jesu Krankenhaus - Wien, Orthopädisches Spital Speising - Wien, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern - Wien, Krankenhaus zum Göttlichen Heiland - Wien, St. Josef Krankenhaus - Wien, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern - Linz, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern - Ried.

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W

Wechseloperation

Ist die Funtionsfähigkeit eines künstlichen Gelenkes durch Lockerung der Implantatkomponenten oder durch Verschleiss schmerzhaft eingeschränkt, so kann durch eine Wechseloperation mit Austausch einzelner Komponenten die Funktionsfähigkeit wieder hergestellt werden. Der modulare Aufbau moderner Endoprothesen erleichtert eine Wechseloperation, da oft nur einzelne Teile gewechselt werden müssen, intakte Bestandteile aber belassen werden können.

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X

X-Beinfehlstellung

Eine Abweichung der Kniegelenke nach innen führt zur typischen X-Bein-Fehlstellung, dies kann angeboren sein, meist aber erworben im Rahmen einer einseitigen Abnützung der Kniegelenke (Valgusgonarthrose). Zur Vermeidung weiterer Folgeschäden ist eine Korrektur dieser Fehlstellung zu prüfen (durch eine Korrekturosteotomie). Bei der Implantation eines künstlichen Kniegelenkes ist eine bestehende Fehlstellung auf jeden Fall auszugleichen, um das dauerhafte Funktionieren des künstlichen Gelenkes nicht zu gefährden.

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Y

Yttrium

Radioaktives Isotop, das im Rahmen der Radiosynoviorthese zur Therapie entzündlicher Gelenksschwellungen (insbesondere im Rahmen der rheumatoiden Arthritis) in Gelenke eingespritzt wird.

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Z

Zementfreie Verankerung

Um gewisse Nachteile des Knochenzements (insbesondere Verschleiss und Bruch nach jahrelanger Belastung) in der Verankerung einer Endoprothese zu vermeiden, wurde in den 1970er-Jahren die zementfreie Verankerung von künstlichen Gelenksbestandteilen entwickelt. Dabei werden hauptsächlich Titanimplantate mit spezieller Oberflächenbehandlung eingesetzt, die wie körpereigenes Material mit dem Knochen eine feste Verbindung eingehen.

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